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Scudi-Kart-Cup: Start in die Outdoor-Saison: 20.04.10

Wetterkapriolen

Der erste Outdoor-Renntag war dann doch nicht wie von Andreas in der Erinnerungsmail versprochen nur im Sonnenloch Waldow. Kurz vor dem Beginn der Veranstaltung zogen dunkle Regenwolken auf, was hektische Betriebsamkeit hinsichtlich der nun anzulegenden adäquaten Kleidung auslöste. Zur allgemeinen Überraschung konnten die Regenwolken jedoch zunächst noch an sich halten. Der eigentliche Spaß begann erst etwas später...

43 Teilnehmer hatten sich pünktlich eingefunden, auch ein paar „Neue“ waren erfreulicherweise wieder dabei. Nach den Ereignissen beim März-Lauf im Kartland hatten sich die Gemüter wieder beruhigt und alle waren mehr als heiß auf das Fahren im Freien.

Schon in der 1. Qualigruppe die mit kalten Karts und kalten Reifen auf eine minimal feuchte Strecke geschickt wurden, konnte der amtierende Champion Martin Skripietz als einziger aller drei Qualigruppen eine Zeit unter 40 Sek. fahren! Hut ab, kaum wird er wieder freigelassen, läuft er zu alter Form auf und schickt sich an seine ernsthaften Ambitionen den Titel zu verteidigen zu demonstrieren.

Wie hoch und gleichmäßig das Niveau beim Scudi-Kart-Cup ist, zeigt mal wieder, daß die schnellsten sechs Fahrer der Qualifyings hinter Martin innerhalb von 11/100stel Sekunden liegen, die schnellsten fünf der 3. Qualigruppe sogar innerhalb von 7/100stel!

Folgerichtig fand sich das Who Is Who des Scudi-Kart-Cups in der Renngruppe A ein, aber auch die Gruppe B war noch mehr als nur gut besetzt, immerhin fanden sich dort sicherlich unfreiwillig der aktuelle Tabellenführer Roger Wild und auch Ronny Wechselberger und Toralf Andreß wieder, die sich neben einigen anderen sicherlich eher zu den A-Kandidaten zählen würden. Aber es gibt ja glücklicherweise auch die Relegation...

Im ersten Lauf der Gruppe A kam es in der zweiten Hälfte des Rennens zu fast tumultartigen Szenen, als nicht nur Mike von Rüden und Felix Budszich, sondern insbesondere auch Dirk Lauth zum Teil erhebliche Probleme beim Durchfahren der Schikane in der Boxengasse hatten. Dirk schien den Zuschauern besonders viel Unterhaltung bieten zu wollen und zeigte sein Können in immerhin vier Durchfahrten, zwei regulären (die Pflicht) und zwei unfreiwilligen (die Kür). Bedauerlicherweise katapultierten diese Unterhaltungseinlagen alle drei genannten auf die wenig beliebten Relegationsplätze in Richtung Gruppe B. Von dem Durcheinander profitieren konnte hingegen Torsten Bergholz, der bei zwei Boxendurchfahrten gleich zweimal fast freie Bahn vorfand, da sein/e Vorgänger die Schikane bereits abgeräumt hatten.

Deutlich kritisiert werden muß in diesem Zusammenhang, daß einige Fahrer nicht angemessen vorsichtig an die Schikane heranfuhren als diese gerade instandgesetzt wurde und damit Heiko's Mitarbeiter und die freiwillig helfenden Scudi Teilnehmer unnötig gefährdeten! Hier sollten wir vielleicht darüber nachdenken, ob dort eine zusätzliche gelbe Flagge installiert werden sollte, oder die Boxengasse sogar kurzfristig gesperrt werden sollte, während die Schikane wieder aufgebaut wird.

Mit einer Tagesbestzeit von 39,57 Sekunden gewann Martin Skripietz vor Andreas Kast, Vincent Ramm und Lars Harbeck, die ja im zweiten Lauf dann in umgekehrter Reihenfolge starten sollten.

Im ersten Lauf der Gruppe B gab es überhaupt nur vier Fahrer die noch in einer Runde waren. Geschuldet war das sicherlich auch der einen oder anderen mißglückten Boxendurchfahrt, Stefan Marsch z.B. wollte auch mit einer Extradurchfahrt zeigen daß er es doch kann, aber sicherlich spielte auch der gegen Ende des Laufes einsetzende Regen eine wesentliche Rolle für die vielen Überrundeten. Fast erwartungsgemäß nahmen Ronny Wechselberger, Achim Zeim und Toralf Andreß die Chance wahr sich für den Aufstieg in die Gruppe A zu qualifizieren, während Roger Wild auf dem vierten Platz knapp daran scheiterte. René Salatowsky, Mike Diehr und Michael Rudolph waren die unglücklichen Absteiger in die Gruppe C, wobei Michael überhaupt das erste Mal auf nasser Strecke mit dem Kart unterwegs war.

Der erste Lauf der Gruppe C fand unter ausschließlich nassen Bedingungen statt, so daß hier keiner mehr mit einer glänzenden Rundenzeit (verglichen mit den Zeiten der trockenen Strecke) aufwarten konnte. Dominiert wurde der Lauf von 1. dem Regen und 2. Denny Braun. Denny zeigte sich weitestgehend unbeeindruckt und setzte seine Regenerfahrung und seine Grundkonstruktion ein um mächtig viel mechanischen Grip zu erzeugen. Er tat das so gut, daß er den zweitplatzierten Volker Lorenz am Ende fast eine halbe Minute distanzierte und sich zusammen mit ihm und Christian Maaß für den wohlverdienten Aufstieg qualifizierte! Daß zwischen Denny und mir fast acht Sekunden Unterschied liegen, zeigt mir, daß ich noch ein paar Tausend Runden im Nassen fahren und/oder erheblich größere Portionen verspeisen muß, um ihm unter diesen Bedingungen das Wasser reichen zu können ;-)

Die traurige Erkenntnis über meine eigene Unfähigkeit im Vergleich mit den anderen Teilnehmern der Gruppe C wurde umso dramatischer, als ich im nachfolgenden 2. Lauf der Gruppe A sehen konnte, wie es wirklich geht!

Bei den äußerst schwierigen Streckenbedingungen waren die Plätze genau so umkämpft wie unter trockenen Bedingungen und das erste Drittel des Feldes hing relativ lange eng zusammen. Allen an der Boxenmauer stehenden Zuschauern wurden beste Kartbeherrschung und unglaubliche Positionskämpfe demonstriert. Ein wahrer Augenschmaus. Nur einer meinte (fast) alle anderen demoralisieren zu müssen: Ronny Wechselberger.

Ronny war nach seinem Aufstieg in die Gruppe A von der drittletzten Position gestartet und begann bereits unmittelbar nach dem Start Plätze gutzumachen. Es war nicht nur am Zeitenmonitor abzulesen, sondern mit bloßem Auge sichtbar, daß er deutlich schneller unterwegs war als alle anderen. Mit weniger als 2 Sekunden Rückstand auf den Gewinner Andreas Kast, belegte er nach seiner grandiosen Aufholjagd den zweiten Platz 30 Sekunden vor Lars Harbeck, so daß ihm nicht mal die 20 Sekundenstrafe für das nicht erfolgte nochmalige Durchfahren der Boxengasse nach einer Berührung mit der Schikane, die er nach Rennende noch aufgebrummt bekam, den hervorragenden zweiten Platz nehmen konnte. Vierter wurde Martin Skripietz der sich mit dem zweitbesten Tagesergebnis eindrucksvoll zurück gemeldet hat. Tagesgewinner allerdings ist Andreas Kast, der einen zweiten und einen ersten Platz in der Gruppe A einfuhr.

Wenn es einer Werbung für den neuen Relegationsmodus bedurft hätte, wäre kaum eine bessere möglich gewesen, als Ronny's Leistung an diesem ersten Outdoorrenntag.

Zum zweiten Lauf der Gruppe B hatte der Regen bereits aufgehört. Hier zeigten wiederum die Aufsteiger Volker Lorenz und Denny Braun fast allen eine lange Nase. Volker verstand es vom vorletzten Startplatz mit der besten Rundenzeit des Laufes auf Platz zwei und Denny von Startplatz zwölf mit der zweitbesten Rundenzeit auf den vierten Platz vor zu fahren. Nicht nur Denny zeigte damit, daß er Outdoor sowieso, aber bei diesen Bedingungen im Speziellen ein gewichtiges Wort mitzureden hat. Thomas Ewert gewann den Lauf eine Sekunde vor Volker und den dritten Platz belegte Stefan Marsch.

Bei leicht abtrocknender Strecke waren nun wieder die Könner der Gruppe C gefragt. Diese sarkastische und selbstkritische Bemerkung sei mir erlaubt, wenn man berücksichtigt, daß bei gegen Ende stellenweise deutlich abtrocknender Strecke keiner in der Gruppe C auch nur annähernd in der Lage war Zeiten zu fahren, wie sie in der Gruppe A bei triefnasser Bahn gefahren wurden. Hier tun sich Abgründe auf... Michael Rudolph ist mit der schnellsten Runde dieses Laufes immerhin schneller gewesen, als die sechs langsamsten der Gruppe A – allerdings bei dramatische besseren Bedingung. Für uns Hinterbänkler gibt es also jede Menge zu tun. Holger Bahns gewann diesen letzten Lauf des Tages vor Mike Diehr und Stefan Roth.

Zusammenfassend läßt sich sagen, daß Andreas Kast an einem schwierigen Renntag mit einer blitzsauberen Leistung wieder die Tabellenführung übernommen, Martin Skripietz sich mit dem zweiten Platz in der Tabelle eindrucksvoll zurück gemeldet und Roger Wild – seinen vorher bereits geäußerten Befürchtungen entsprechend – die Tabellenführung zum Ende der Indoorsaison verloren hat.

Andreas' Versprechungen entsprechend erwarten wir von nun an ausschließlich trockene Outdoor Renntage mit mindestens 15° Celsius Tiefsttemperatur und genau diese Aussicht ist es, die uns am 18. Mai wieder alle in Waldow zusammen kommen lassen wird.

Thorsten Wunderlich

Quelle: www.scudi-kart-cup.de